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1. Entstehung der Idee:
Den Wunsch einen Comic selbst zu gestalten, hatte ich schon seit vielen
Jahren. Das Medium des Comics begleitet mein Leben schon seit dem ich
lesen und schreiben kann. Für mich ist es zur Leidenschaft geworden,
in fremde Welten abzutauchen und Zukunftsvisionen zu erleben, die rein
aus dem Geist und der Vorstellungskraft eines Menschen entstanden sind.
Es ist wie ein Entfliehen aus der Realität in eine Traumwelt und
diese Traumwelten gaben mir wiederum halt in der Realität. Daher
begann ich früh selbst zu zeichnen, Fabelwesen zu entwickeln und
Traumwelten zu erfinden. Diese fiktiven Realitäten waren gegen Ende
meiner Schulzeit zu meinem Hauptthema geworden und ich malte viele z.
T. sehr surrealistische Landschaften und Räume mit viel Tiefe. Ich
versuchte in jedes Bild eine Art "Eingang" einzubauen, durch
welchen man noch tiefer in die Welt des Bildes eindringen kann. In dieser
Zeit begann ich meine Vorliebe zur Farbe, zur Perspektive und zur Malerei
zu entdecken. Womit der Weg zu einem Studium der Malerei schon vorgegeben
war.
Beeinflusst wurde meine Malerei in dieser Zeit hauptsächlich von
Surrealisten und Kubisten des beginnenden 20. Jahrhunderts, von einigen
Pop-Art Künstlern sowie von Comicart und Graffiti der heutigen Zeit.
Während dem Studium kristallisierte sich nun heraus, dass der für
mich am besten geeignete Malgrund, die Leinwand ist und dass für
Studienzwecke Acrylfarbe das geeignete Malmittel ist. Die Leinwand bietet
mir die Möglichkeit die "klassische" Form des Bildes und
der Malerei aufzugreifen und neue oder moderne Themen aus zu formulieren.
Mit der Acrylfarbe lassen sich , im Vergleich zu Öl, schneller Ergebnisse
erzielen, was durch meine schichtweise Auftragung der Farbe auch von Nöten
ist, da die Trocknungsphasen bedeutend kürzer sind als bei Öl.
Durch mein Studium der Malerei auf Leinwand und meiner Vorliebe zu Comic
war der Weg zur Entwicklung meiner Idee zur Abschlussarbeit schon entstanden.
Einen Comic auf Leinwand zu schaffen. Des Weiteren wollte ich Themen meines
Studiums aufgreifen und mit integrieren (z.B. der Aschenbecher, das Strichmännchen...).
Der Comic sollte malerisch umgesetzt werden und somit eine Eigenständigkeit
als Kunstwerk erhalten und nicht nur als farbige Illustration auf Leinwand,
als blosse graphische Arbeit, entstehen. Wichtig war mir, dass eine Vermischung
von Themen und Medien entsteht, die aber trotz allem den Prozesses der
Entstehung, die Malerei und das Entwickeln mit Farbe in den Vordergrund
der Arbeit setzt.
Eine starke Annäherung zur Einstellung, was Malerei für mich
bedeutet, fand ich in der Auffassung zur Malerei der Futuristen (parallel
entstanden zum Kubismus und dem Surrealismus gegen 1915).
Sie suchten und fanden eine Ausdrucksform zwischen dem Traditionellen
und dem Modernen / Abstrakten. Sie wollten in ihren Bildern die Realität
neu ordnen, ein neues Universum erfinden und schaffen ("Futurist
reconstruction of the universe" Balla/Depero 1915 ). Inspirationen
fanden die Futuristen auch in Fabeln und Märchen, was in der heutigen
Zeit wohl vergleichbar mit Fantasy und Comic ist. Sowohl Märchen
wie auch Comic sind Traumwelten oder eigene Universen, die der realen
Welt eine Botschaft oder Vision vermitteln können. Nähere Erklärungen
zu den Futuristen und ihren Ideen sind in der Literatur und in ihren Manifesten
(" Manifesto futurista" Milan 11.01.1921 ) erläutert und
würden hier zu weit führen.
Das Strichmännchen sollte nun zur Hauptperson im Comic
werden. Es war schon vorher eines meiner Hauptthemen während des
Studiums und erschien mir als Ideal um verschiedene frühere Themen
aufzugreifen und in meiner Abschlussarbeit zu kombinieren. Das Strichmännchen
gilt für mich als Symbol. Ein Symbol für einen Menschen, egal
woher er stammt, welcher Nation er angehört, welche Hautfarbe er
hat oder welches Geschlecht er besitzt. Das Strichmännchen steht
für die Gleichberechtigung und Gleichstellung Aller, aber auch für
das Recht auf Individualität des Einzelnen, was im ersten Augenblick
vielleicht irreführend klingen mag, aber dennoch Sinn macht. Jeder
kann sich in ihm wieder finden oder sich von ihm distanzieren, es könnte
jeder sein ist aber doch ein eigenes Individuum. Wird das Strichmännchen
nun von mir in einem einzelnen Werk verwendet, so ist der Symbolcharakter,
also das Männchen als Zeichen für Mensch, leicht zu verstehen
und zu erkennen. Wird es jedoch, wie in meinem Comic, nun in eine Geschichte
verwickelt, so erhält es einen Grad an Persönlichkeit und Individualität
und kann somit nicht mehr as universelles Symbol für Mensch stehen,
sondern vielmehr steht es nun für eine bestimmte Gruppe von Menschen,
in diesem Fall für unsere "RASTLOSEN".
Damit war die Idee zu diesem Comic geboren, der den Menschen einen Spiegel
vorhalten und zu mehr Ruhe und Gelassenheit in unserem Leben anregen soll.
2. Die Konzepte
Erstes Konzept:
Dieses Konzept war als freie Arbeit gedacht und entstand während
des Studiums. es war noch nicht als Abschlussarbeit gedacht und sollte
in der Ausführung zuerst nur als zeichnerische Arbeit entstehen und
erst später auf Leinwand gebracht werden.
Zum besseren Verständnis hier ein Auszug aus meinen
Aufzeichnungen, mit welchem ich einen Einblick in meine Arbeitsweise und
meine Gedanken geben möchte:
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Handlung - schemenhaft, verdeckt, Bild für Bild
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Thema - Hektik, Zeitdruck, Rastlosigkeit
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Hauptpersonen - verschiedene Männchen
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Geschichte - X rennt / er rennt an Häusern vorbei durch Strassen
an eine Tür / geht hinein, Treppen rauf, abspülen (Arbeit)
/ 5 minutes break, arbeiten / heim mit dem gestern vergessenen Fahrrad
/ duschen, umziehen, essen, trinken / 5 minutes break, Freundin treffen, tanzen / Sex, pennen / aufstehen, anziehen, los
/ X rennt
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Scribble: Strichmännchen leicht ausarbeiten, Handlung
beibehalten und später evtl. ändern, ohne Text (vorerst)
Weiterbearbeitung: Leinwände verschiedene, den Fenstern von Comics
entsprechende, Grössen in ein monochromes Gesamtbild bringen oder
bestimmte Farbverläufe mit leichten farblichen Akzenten.
Wenn Text, dann bei den Leinwänden in die Zwischenräume und
nicht auf die Tafeln/ Schrift auf Bilder ist nur bedingt einsetzbar.
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| Studie Wohnzimmer |
Studie Sex |
Studie Sex |
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| Studie Radfahrer |
Scribble Seite 2 (nicht verwirklicht) |
Scribble Seite 1 |
Zweites Konzept:
Dieses Konzept entstand nun in der Absicht daraus eine Abschlussarbeit
zu erstellen.
Es baut auf der ersten Idee auf und konkretisiert.
Abschrift:
"Der ganz normale Tag eines Rastlosen"
- comicartig
- auf Leinwand mit Acryl
- Aufbau einer Comicwelt/ muss nicht der Realität entsprechen!
- Hauptdarsteller ist eine Art Strichmännchen, wird aber plastischer
dargestellt
(geometrische Formen, die sich aus dem Grundgerüst des Striches aufbauen)
- Drehbuch:
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Bild 1: |
Er rennt zur Arbeit / ist schon spät dran- Männchen
im Vordergrund einer Skyline |
| Bild 2: |
rennt durch die Strassen/ Nahaufnahme der Stadt (wurde
in der endgültigen Arbeit nicht umgesetzt) |
| Bild 3: |
kommt bei einer Tür an und sprintet die Treppe
hoch |
| Bild 4: |
oben angekommen beginnt er mit der Arbeit( Tellerspülen)-
zieht sich eine Schürze an /
Uniformierung bei der Arbeit- evtl. kommt Chef vorbei und schnauzt
ihn zusammen
(zu spät da, weil kein Fahrrad dabei) - Stress |
| Bild 5: |
kurze Zigarettenpause- kleiner Moment der Entspannung
- Männchen steht da und raucht, kann
nicht ganz abschalten, innere Unruhe! (evtl. auf- und abgehen)- weiterarbeiten |
| Bild 6: |
Schürze aus dann rasch nach Hause mit dem Fahrrad
(steht bei der Arbeit, da er
am Vortag abgeholt wurde) - Zwischenstopp an einer Imbissbude, kurz
was essen - weiter |
| Bild 7: |
zu Hause- kurz aufräumen - umziehen, waschen
/ malerische Umsetzung:
Farbe des Männchens ändert sich - telefoniert |
| Bild 8: |
ausgehen - treffen mit Freunden und Freundin - trinken
- tanzen - telefoniert |
| Bild 9: |
zwischendrin macht Männchen ein dubioses Geschäft
auf der Strasse - kommt wieder zurück |
| Bild 10: |
Sex mit Freundin irgendwo (evtl. im Freien/ Auto /
Wohnung ?) |
| Bild 11: |
zu Haus e- fällt ins Bett, steht morgens wieder
auf und fährt wieder los zur Arbeit |
- die Nebenfiguren unterscheiden sich durch Farbe, Grösse
und wenn möglich auch durch die Form
- Sprechblasen sollten auch eingebaut werden, um dem Charakter des Comics
zu entsprechen, wobei sie aber erst nachträglich über das Bild
gelegt werden/ lasiert
- SCHRIFT= Strichmännchen, die den Charakter einer Aussage widerspiegeln
sollen/ in der Skizze als normaler Text, ODER: man benutzt jeweils nur
ein Strichmännchen für die Stimme einer Figur und drückt
das Gesagte durch die Strichführung und die unterschiedliche Kraft
der Darstellung aus.
Schrift muss noch überlegt werden.
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| Schriftzeichen |
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